Robben Island – bewegender Inselbesuch

Besucht man Südafrika und Kapstadt wird man automatisch konfrontiert mit der politischen Geschichte des Landes, der Kolonialisierung, dem Apartheidregime, Nelson Mandela ist allgegenwärtig – sein Gesicht lächelt von Bildern, ganzen Hochhausfassaden und Graffiti-Wänden… Die Folgen dieser wechselhaften Historie ziehen sich natürlich bis heute durch den Alltag und auch besonders die wachen und sensiblen Kinderaugen nehmen […]

Besucht man Südafrika und Kapstadt wird man automatisch konfrontiert mit der politischen Geschichte des Landes, der Kolonialisierung, dem Apartheidregime, Nelson Mandela ist allgegenwärtig – sein Gesicht lächelt von Bildern, ganzen Hochhausfassaden und Graffiti-Wänden… Die Folgen dieser wechselhaften Historie ziehen sich natürlich bis heute durch den Alltag und auch besonders die wachen und sensiblen Kinderaugen nehmen das wahr – sofort poppen vielfältigste Fragen auf…, für die man dann kindgerechte Erklärungsansätzen suchen wird…

Unser Sohn interessierte sich sehr für die Persönlichkeit Nelson Mandela, da er wie gesagt allgegenwärtig ist und man das so aus Deutschland nicht kennt von einem Staatsoberhaupt und er ihn sicher intuitiv als eine der Schlüsselfiguren für einen fortbestehenden Alltagskonflikt wahrgenommen hat…

Er wollte wissen wer er ist, was er gemacht hat, wie sein Leben verlaufen ist – er war im Gefängnis – sehr, sehr lange, auf einer Insel, warum? Dann wurde er Präsident – wie denn das und warum??? Was ist der ANC??? Warum werden Unterschiede zwischen den Hautfarben gemacht, warum bin ich weiß und warum war Nelson Mandela schwarz? Was macht das schon…? Warum wird man dafür eingesperrt, wird man dafür eingesperrt…???

Tja, all diese Fragen und viele, viele mehr… – wie stellt man da einen kleinen, interessierten Kinderkopf zufrieden? Das stellt sich natürlich bei jedem Kind individuell unterschiedlich da und alle Eltern werden dementsprechend, die dafür nötigen Erklärungsansätze suchen…

Roben Island“ ist ein sehr starker Ort, um die Spaltung des Landes, den Schmerz, den Willen zur Veränderung und die daraus resultierende Kraft zu erspüren und anschaulich zu erklären – natürlich ist das kein Wohlfühltrip, aber dennoch ist der Besuch auf der Gefängnisinsel sehr eindrücklich und wirklich unverzichtbar. Nelson Mandela war hier 18 Jahre eingesperrt, gemeinsam mit vielen anderen ANC-Aktivisten, auf dieser öden, reizarmen Insel, voller schreiender Stille – das Festland unerreichbar… Steht man dort und der scharfe Wind weht einem um die Nase, bekommt man eine mulmige Ahnung davon, wie unendlich lang die Zeit dort gewesen sein muß… ein spannungsaufgeladener und durch seine Historie unwirtlicher Ort – man hat die ganze Zeit Gänsehaut, ob der starken Atmosphäre, die Zeit scheint hier langsamer zu vergehen… Weitere grundsätzlichen Infos zu Robben Island lest doch gerne nach bei z.B. „Wikipedia„!

Wie kommt Ihr hin? Ab der V&A Waterfront geht es bei guten Wetterverhältnissen mit der Fähre um 9, 11 & 13 Uhr die etwa 12 Kilometer über den Atlantik auf die Insel. Man sollte unbedingt im Vorfeld Tickets organisieren, da die Touren eigentlich immer ausgebucht sind! Einfach spontan reinspazieren und Karte bekommen ist nicht! Man kann über das „Internet“ buchen, falls es Probleme mit der Kreditkarte gibt – Stichwort Pin-Verfahren… oder Ihr keine habt – kann man auch in den verbreiteten „Pick n Pay“ Supermärkten Karten kaufen.

Es gibt an der V & A Waterfront ein hochmodernes Terminal – Nelson Mandela Gateway – extra nur für die Robben Island Fähre, dort sollte man sich unbedingt spätestens 30 Minuten vor Abfahrt einfinden – das Boarding Gate schließt 10 Minuten vor Abfahrt. Da die Fähren eigentlich immer ausgebucht sind und man durch eine Flughafenähnliche Sicherheitskontrolle muß, gibt es Wartezeiten, Schlangestehen und etwas Geschiebe… Die Tickets kosten für Erwachsene R340 und für Kinder R190, bei schlechtem Wetter wird einem die Fahrt erstattet.

Die Fahrt zur Insel dauert zwischen 30 Minuten bis hin zu einer Stunde, je nach Fährboot.

Schon die Überfahrten zur Insel und zurück waren spektakulär, so fuhren wir auf dem Hinweg bei strahlender Sonne an der Waterfront los, um ganz plötzlich während der Fahrt in einen undurchdringlichen Nebel zu geraten, eines dieser südafrikanischen Wetterphänomene! Das war echt gespenstisch und hat das unüberwindliche Inselgefängnisgefühl nochmal verstärkt, man fuhr wie durch eine „Zeit-Raum-Schläuse“! Auf Robben Island angekommen, strahlte dann die Sonne wieder…!?! Natürlich bieten sich von der Insel und während der Fahrt phänomenale Ausblicke auf die Kapküste, den Tafelberg, Kapstadt und die Hafen-Skyline…

Auf Robben Island verbringt man dann mindestens ca. 3 Stunden. Auf der Insel steigt man aus an Murray´s Bay Harbour, nach einem kurzen Fußweg steigt man in Busse, die mit einem Guide einen Rundtrip über die Insel machen. Nach der Bus-Tour über Robben Island, bekommt man dann eine geführte Tour durch die Gefängnisgebäude. Diese Führungen werden von ehemaligen, politischen Gefangenen gemacht, was wir besonders bewegend fanden! Unglaublich diese spartanische Stimmung, in den Zellen nur ein Hocker, eine Strohmatte und unmenschliche Arbeitseinsätze z.B. im „Steinbruch“ der Insel…

Nach diesem bewegenden Trip waren wir alle etwas erschöpft aber sehr froh, dass wir es gemacht haben!

Hier kommt Ihr zum dazugehörigen „Listing

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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