2 Monate Südafrika – die Flucht aus dem deutschen Winter – Vorüberlegung & Planung

Wie es dazu kam… zusammengefaßt haben wir aus der Not eine Tugend gemacht… durch einen Wasserschaden in unserer Wohnung, waren wir im Zuge der Reparaturarbeiten für 2 Monate quasi wohnungslos. Auf ein möbliertes Apartment im kalten Berliner Februar-März hatten wir nicht wirklich Lust. Da unser Sohn noch nicht in der Schule ist und wir durch […]

Wie es dazu kam… zusammengefaßt haben wir aus der Not eine Tugend gemacht… durch einen Wasserschaden in unserer Wohnung, waren wir im Zuge der Reparaturarbeiten für 2 Monate quasi wohnungslos. Auf ein möbliertes Apartment im kalten Berliner Februar-März hatten wir nicht wirklich Lust. Da unser Sohn noch nicht in der Schule ist und wir durch unsere freiberufliche Tätigkeit zeitlich und örtlich einigermaßen flexibel sind, entschlossen wir uns den Alltag in Berlin einzutauschen gegen ein zweimonatiges Familienabenteuer in Südafrika. Schon jetzt vorweg – auch ohne Wasserschaden – wir können das jeder Familie nur wärmstens empfehlen bevor die lange Schulzeit beginnt! Wem es vergönnt ist sich mehr als den üblichen 2-3 wöchigen Urlaubsslot freizunehmen – macht es – es ist großartig und alle Familienmitglieder werden es als lebenslange Erinnerung im Herzen tragen!

Die Planung und die Vorüberlegungen:

Warum Südafrika? Natürlich gibt es viele Länder, die uns reizen, da wir uns aber intensiever mit einem Land auseinandersetzen wollten, mußten wir uns ja nun entscheiden.

Unsere vordergründigsten Kriterien – wir wollten Sommer – Südafrika hat Sommer, wenn wir Winter haben. Es gibt im Grunde keine Zeitverschiebung, also kein Jetlag und keine Kommunikationsprobleme mit der Heimat, da gleiche Zeitzone. Die medizinische Versorgung ist in den Großstädten gut. Die Regionen, die wir bereist haben (West-Kap, Garden Route, Gegend um Addo Elephant Park) sind Malaria frei und auch sonst hatten wir keine besonderen gesundheitlichen Bedenken.

Es ist in den Urlaubsunterhaltskosten zwar teurer als die meisten asiatischen Klassiker (Thailand, Indonesien, Vietnam) aber trotzdem ist auch eine  zweimonatige Reise preislich darstellbar.

Flüge, Mietwagen und Unterkünfte lassen sich prima über die bekannten gängigen Portale buchen…

Flug – den Flug buchten wir ca. 3 Monate vorher über Skyscanner – Erwachserner ca. 750 €, Kind (5 Jahre) ca. 620 € – https://www.skyscanner.de – hin mit Air France, zurück mit KLM – beide Flüge knapp unter 15 Stunden – hin über Paris nach Kapstadt und zurück über Amsterdam nach Berlin

. Beide Airlines waren prima – Service gut, Personal freundlich, Essen ok. so wie es im Flugzeug eben ist – da erwarte ich kein Gourmetmenü, gutes Entertainment – jeder Sitz hat einen eigenen Flatscreen – viele aktuelle Filme in der Auswahl, Sprachauswahl, auch spezielles Kinderprogramm. Bei beiden Fluggesellschaften kann man relativ weit vorab Plätze online reservieren. Das sollte man auch tun, damit man diegewünschten erhält.

Achtung – Besonderheit für die Einreise mit Minderjährigen: Für die Einreise in Südafrika benötigten wir eine international Geburtsurkunde zur Einreise und Ausreise mit unserem Sohn. Die bekommt man bei dem Standesamt, bei dem die Urkunde ursprünglich ausgestellt wurde – ich habe sie bei unserem online bestellen können. Das braucht etwas Bearbeitungszeit – also nicht kurz vor knapp machen, war aber sonst problemlos! Hier achtet die südafrikanische Einreise absolut pinselst drauf, so wurde in Paris schon auf dem Flughafen sofort danach gefragt. Eine Mutter mit 3 Kindern wurde nicht mit auf den Flug genommen, da sie diese Unterlagen nicht vorlegen konnten! Das möchte wirklich keiner erleben!

Zum Thema Gesundheit und zu allen sonstigen Bestimmungen und Landesverhältnissen informieren wir uns vorab immer auf https://www.fit-for-travel.de und auf der Seite des auswärtigen Amtes.

In Absprache mit unserer Kinderärztin und unserer Hausärztin haben wir unsere üblichen Impfungen auf einen „frischen Stand“ gebracht.

Mobilität in Südafrika – wir denken man braucht unbedingt ein Auto. Das öffentliche Verkehrsnetz ist nicht so ausgebaut und sicherlich auch nicht so sicher und reisefreundlich für einen Familienaufenthalt. Wir buchten für 2 Monate über billiger-mietwagen.de. Kosten für einen Mittelklassewagen ohne Selbstbeteiligung ca. 1130 €. Ohnehin macht man viel mit dem Auto…

Da kommen wir direkt zum Thema Sicherheit, das drängt sich bei einer Südafrikareise schon etwas auf und wir wurden oft danach gefragt. Uns ist nichts passiert, wir hatten keinerlei negative Erlebnisse – egal wo – überall wurden wir sehr, sehr freundlich und zuvorkommend behandelt. Ein im B&B vergessener Computer wurde uns nachgeschickt… Kinder sind grundsätzlich extrem willkommen. Wir haben im Auto zwar nichts offen liegen lassen, dennoch waren wir auf unserer Rundreise voll beladen und haben so auch unser Auto abgestellt. Trotzdem muß man sagen, dass das Land nach wie vor durch einen sehr großen Unterschied zwischen Arm und Reich geprägt wird. Wenn behauptet wird, dass in Südafrika 1. und 3. Welt „zusammenleben“, führt dies natürlich unweigerlich zu Konsequenzen. Hier könnten wir nun lange über die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse und die Armut schreiben, die uns sehr Nahe gegangen ist, das würde aber an dieser Stelle den Rahmen sprengen… Uns ging es so, dass wir ein paar Tage brauchten um ein Gefühl in Punkto Sicherheitslage zu entwickeln.

Natürlich läßt man im Auto nichts offen liegen. Man wandert nicht durch die Dunkelheit. Trägt keine auffälligen Schmuckstücke. Eine Umhängetasche (quer umgehängt), die man sicher vor dem Bauch tragen kann ist ratsam.

Man nimmt keine Anhalter mit, obwohl es sehr viele gibt, doch da sollte man sich wirklich besser auskennen! Wir sind oft mit offenem Autofenster gefahren, wenn es sich aber komisch anfühlt, oder wenn man durch High-Crime-Areas fährt, dann Fenster besser geschlossen halten und Klimaanlage an.  Es gibt an vielen, vielen Ampeln Menschen die Dinge verkaufen oder um Almosen bitten. Überhaupt natürlich nicht unnötig in High-Crime-Areas halten und diese zügig passieren. Es kommt regelmäßig vor, das man an Town Ships vorbeifährt oder diese auf Schnellstrassen durchfährt. Autotüren sollten immer verriegelt sein. Town-Ships sollte man nicht ohne Begleitung Ortskundiger betreten/ befahren. Auch sollte man sich bei der Reise von A nach B vorher den Weg heraussuchen, damit man nicht unkontrolliert in brisante Gegenden gerät. Auf seine Wertgegenstände sollte man gut achten. Man sollte unbedingt nicht durch kleine Nebenstrassen wandeln. Man sollte sich vorab kundig machen (bei Ortskundigen, im Hotel o.ä.) wie die jeweilige örtliche Sicherheitslage ist. Je nach dem kann es sehr stark variieren in Bezug auf Ort und/ oder Zeit. Natürlich fährt man nur mit ausgewiesenen Taxis, auch Uber soll gut gehen.

Die unterschiedlichen Mini-Bus-Linien sind eher ortskundigen vorbehalten und reisenden Familien nicht so zu empfehlen. Öffentliche Verkehrsmittel haben wir nicht genutzt, teilweise soll das in Kapstadt gehen, hierüber sollte man sich aber unbedingt vorab eingehend erkundigen. Wir haben all unsere Dokumente vorab abfotografiert, das hilft etwas bei Verlust. Das meiste öffentliche Leben passiert am Tage – die meisten Geschäfte schließen zwischen 16-18 Uhr. Auch zum Essen geht man eher etwas früher. Das ist alles der Tatsache geschuldet, dass man Nachts bzw. in der Dunkelheit, auch als Einheimischer nicht mehr so spät unterwegs ist. Sicherlich gibt es in Kapstadt auch ein Nachtleben, aber grundsätzlich ist der Alltag aufgrund der allgemeinen Lage etwas anders strukturiert – alles findet etwas früher statt.

Natürlich sind wir Abends auch mit Kind essengegangen – hier fährt man mit dem Taxi oder mit dem Auto, parkt möglichst direkt vor dem Restaurant. Hier gibt es dann Parkwächter (bei guten Restaurants meist über das Restaurant engagiert), die gegen Tip das Auto und den Weg zum Restaurant bewachen. „Parkraumwächter“ gibt es eigentlich überall als „Freelancer“ auch bei Tage – wirklich egal wo – ein paar Rand als Tip gibt man immer beim Losfahren. Manchmal kann das bei der Parkplatzsuche etwas hektisch werden, da man als Parkplatzsuchender umworben wird sich doch in den den jeweiligen Parkraum zu bewegen… Nimmt man es gelassen und mit Fröhlichkeit ist es der beste Weg. Wir hatten einige sehr nette Begegnungen und Gespräche, erhielten mitunter gute Ortstips… über eine kleine Spende in Form von Wasser oder Obst o.ä. freuen sich die „Parkraumwächter“ immer oder ein paar nette Worte, etwas Wertschätzung… Manchmal ist es allerdings so, das einem der Bauch sagt – da möchte ich nicht parken, dem sollte man dann auch folgen… Wie gesagt – uns ist nichts passiert und nach einer kleinen Eingewöhnungsphase haben wir uns im Rahmen der ortsüblichen Verhältnisse frei bewegt und uns auch sicher gefühlt, dennoch ist das aber kein Vergleich mit dem öffentlichen und sehr freien Leben in z.B. Berlin. Jeder wird da sicher auch seine eigenen Parameter finden müssen. Es ist unbedingt ratsam sich vorab immer über die aktuelle Sicherheitslage zu informieren.

Geld abheben – ich habe eine Premium-Kreditkarte von der Commerzbank – hier ergeben sich mehrere Vorteile. Sie deckt eine Auslandsreisekrankenversicherung ab – Achtung Reiselänge checken und schauen wie viele Tage die Versichrung abdeckt. Die braucht man, da die eigene Krankenkasse außerhalb der EU nicht gilt. Auch eine Reiserücktrittsversichrung ist gegeben. Dann fallen beim Geldabheben außerhalb der EU diverse Gebühren an… von der eigenen Bank und auch von der Bank in Südafrika bei der man abhebt – das bringt einen nicht um, läppert sich aber, da man eher nicht so viel Bargeld  mit sich herumtragen sollte. Bei der Premium-Kreditkarte der Commerzbank entfallen die Gebühren der Hausbank immerhin 25 mal und in Kombi mit der Reisekrankenversichrung für die ganze Familie war das ein gutes Package. Natürlich gibt es noch einige andere Kreditkartenanbieter, die ggf. Vergleichbares bieten. Wichtig ist – man braucht immer die PIN – nicht nur am Gekdautomaten, sondern auch zum Bezahlen an der Kasse. Auch mit der EC-Karte kann man meist bezahlen oder Geld abheben – sofern sie eine Maestro Karte ist. Auch hier gilt das PIN-Prinzip und das Gebühren-Prinzip!

 

 

 

 

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